Quellenheft zum Strukturwandel im westfälischen Ruhrgebiet erschienen

Unterstütung durch die Dortmunder-Volksbank-Stiftung

Wie vermittelt man Schülerinnen und Schülern Wirtschaftswissen anschaulich und ohne Hilfe standardisierter Schulbuchmaterialien? Der Gang ins Archiv ist eine spannende Alternative: Im Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund (WWA) er-fahren die Jugendlichen aus erster Hand, wie sich das Leben im westfälischen Ruhrgebiet vor, während und nach dem Strukturwandel gestaltete. Welche histori-schen Quellen dafür in Frage kommen, zeigt der Band „Strukturwandel im westfäli-schen Ruhrgebiet“ der WWA-Schriftenreihe „Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Quellen für die historisch-politische Bildung in Westfalen“, der gerade im Aschen-dorff Verlag erschienen ist und von der Dortmunder-Volksbank-Stiftung gefördert wurde.

Band „Strukturwandel im westfälischen Ruhrgebiet" des westfälischen Wirtschaftsarchivs

„Die historisch-politische Bildungsarbeit des Westfälischen Wirtschaftsarchivs ist vorbildlich und wir unterstützen diese Arbeit gern. Das WWA hat sich mittlerweile zu einem beliebten außerschulischen Lernort entwickelt,“ betont Martin Eul, Vorstandsvorsitzender der Dortmunder Volksbank. Rund 500 Schülerinnen und Schüler besuchen jährlich das WWA im Rahmen der Landesinitiative „Bildungspartner NRW.“ Mit seiner Schriftenreihe weitet das Archiv dieses Angebot nun aus und eröffnet allen Schulen der Region die Möglichkeit, Geschichtsunterricht „vor Ort“ zu erleben.

Der Strukturwandel ist heute in allen Bereiche unseres Alltagslebens spürbar. Seine Wurzeln mit historischen Dokumenten aus der Region zu erkunden, eröffnet dem Geschichtsunterricht neue Dimensionen. „Seinen historisch-politischen Bildungsauftrag hat das Westfälische Wirtschaftsarchiv seit 2010 systematisch speziell auch auf den Schulunterricht ausgerichtet. Beginnend ab der Mittelstufe soll die Beschäftigung mit Originalquellen in den Schulunterricht integriert werden,“ erläutert Dr. Karl-Peter Ellerbrock, Direktor der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv.   

Auf der Zeitreise vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart erleben die Schülerinnen und Schüler die Entwicklungen von der körperlichen Schwerstarbeit zur Steuerung automatisierter Prozesse, die Strukturkrise bei Kohle und Stahl sowie den regionalen Strukturwandel nach. Die ehemalige Montanregion hat sich grundlegend verändert: Hochöfen und Stahlwerke wurden von Reinraumlaboren, Software-schmieden und modernen Logistikzentren abgelöst. Die Zeugnisse dieses Wandels liegen im Archiv und laden zum Stöbern ein. „Das macht natürlich mehr Spaß, als bloß die einschlägigen Kapitel der Schulbücher zu studieren,“ stellt Ellerbrock im Gespräch mit den Jugendlichen und ihren Lehrkräften immer wieder fest. „Die Schülerinnen und Schüler, die zu uns kommen, sind begeistert. Darüber freue ich mich sehr, weil gerade der Geschichtsunterricht nachhaltig dazu befähigt, eine eigene historisch-kritische Urteilsfähigkeit auszubilden.“

Die globalisierte Welt von heute wird immer komplexer und ist ohne Wirtschaftswissen kaum mehr zu verstehen. Das betont auch Mathias Richter, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW, und fügt hinzu: „Für den Einstieg ins Berufsleben sind Kenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhänge unverzichtbar. Durch die identitätsstiftende Beschäftigung mit der Wirtschaftsgeschichte vor Ort wird die ökonomische Bildung im Schulalltag verankert.“

Band drei und vier der Schriftenreihe sind bereits in Arbeit und befassen sich mit den Themen „Der Ruhrbergbau im Nationalsozialismus“ und der Rolle der mittelständischen Wirtschaft und des Handwerks im westfälischen Ruhrgebiet.

Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv Dortmund (Hg.), Strukturwandel im westfälischen Ruhrgebiet. Bearbeitet von Kathrin Baas, Karl-Peter Ellerbrock, Katja Schle-cking und Johannah Weber, Dortmund 2018 (Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Quellen für die historisch-politische Bildung in Westfalen 2)

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