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1899–1913

Vorgeschichte & Gründungszeit


Illustration Buch
Portrait von Schulze Denitzsch aus 1899

Gemeinschaft macht stark

 

Schulze‐Delitzsch und Raiffeisen

Wenn der Einzelne zu schwach ist, um ein Ziel zu erreichen, schließt er sich mit anderen zusammen. So entstehen Familien, Verbände, Städte, Staaten – und Genossenschaften: „Die Genossenschaft ist eine Gesellschaft von nicht geschlossener Mitgliederzahl mit dem Zweck, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes zu fördern.“ (Legaldefinition des § 1 I GenG)
(aus: Gabler Wirtschaftslexikon)


Illustration Jahreszahl 1835

Die Industrialisierung

 

Fortschritt und Pauperisierung: Die industrielle Revolution hat die Menschen von der Agrar- in die Industriegesellschaft katapultiert. Die Beschleunigung von Arbeit und Leben und bringt neue Freiheiten und Reichtum, aber auch Abhängigkeiten und Armut. Die wirtschaftliche und soziale Situation einer Vielzahl an Handwerkern, Gewerbetreibenden und Bauern verschlechtert sich zunehmend. Wer nicht wächst, geht unter. Blühende Region dank Kohle und Stahl: Dortmund wird zu einem Gründungsplatz und Industriestandort ersten Ranges – der Finanzbedarf der Montanstadt wächst und wächst.


Illustration Jahresuzahl 1850

Die Idee der Genossenschaft

Ein Ziel, zwei Wege: „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele.“ (F. W. Raiffeisen). Fast zeitgleich, aber unabhängig voneinander entwickeln Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch nach englischem Vorbild eine neue Unternehmensform: die Genossenschaft. Selbsthilfe durch freiwillige Kooperation lautet ihre Lösung gegen die Existenzkrise des Mittelstandes im Industriezeitalter.

Solidarischer Zusammenschluss: Schulze-Delitzsch ruft 1850 den „Vorschussverein“ ins Leben. Er wird zum Vorläufer der heutigen Volksbanken. Die Selbsthilfe-Einrichtung des späten 19. Jahrhunderts wird zum Erfolgsmodell. Seit 1889 regelt das Genossenschaftsgesetz deren Recht. Heute finden sich Genossenschaften in allen Bereichen der Wirtschaft – ein gutes Beispiel ist die Dortmunder Volksbank.


Illustration Jahresuzahl 1899

Die Gründung

Geburtsstunde der Dortmunder Volksbank: Am 7. Februar 1899 gründet sich im Hotel „Merkert“ die Gewerbebank e.G.m.b.H. in Form einer eingetragenen Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Gegenstand dieser Genossenschaft ist es laut Statut, „Bankgeschäfte zu betreiben zum Zwecke der Beschaffung der für das Gewerbe und die Wirtschaft der Mitglieder nötigen Geldmittel“.
Gründerväter: Die dreiundzwanzig Gründer der Gewerbebank sind in der Hauptsache Angehörige des Mittelstandes, insbesondere Handwerker. Zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates wählen sie den Gerichtstaxator J. E. Schumacher, zu Mitgliedern des Vorstandes den Inhaber der Kunstwerkstatt Chr. Gassmann als Vorsitzenden, den Kaufmann J. C. Münch als Kassierer und den Lacke- und Farbengroßhändler Ludwig Tappe als Schriftführer. 


Illustration Jahreszahl 1902
Fotografie von Otto Heuer aus 1902

Otto Heuer

Eine Ära beginnt

Die Versammlung des Aufsichtsrates und des Vorstandes vom 14. Februar 1902 wählt den damals 36-jährigen Rechtskonsulenten und Makler Otto Heuer zum Rendanten der Dortmunder Gewerbebank. Er bleibt Bankdirektor für ein halbes Jahrhundert – unangefochtener Rekord.
Auf Wachstumskurs: Langsam geht es unter der neuen Leitung bergauf. Heuers Bemühungen, das Bankgeschäft zu beleben, sind von Erfolg gekrönt. Schon bis Ende 1902 steigt die Bilanzsumme und es wird nun ein Gewinn ausgewiesen. Die erste Million: Zum zehnjährigen Bestehen 1909 kann die Bank mit einer Bilanzsumme von einer Million Mark aufwarten. Weiteres Wachstum: Im Jahr 1913 übersteigt die Bilanz die Summe von zwei Millionen Mark. Die stetige Aufwärtsentwicklung der Bank erreicht damit ihren vorläufigen Höhepunkt.

Dortmunder Volksbank eG

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