Die Psychologie der Farbe

Gegensätze ziehen sich nicht immer an!

„Wir kreieren einen Raum um die Menschen herum“, sagt Karsten Homann, Inhaber der Raummanufaktur und Akademie „honig & blau“ in Hamm. Doch das tut er nicht nur mit den handelsüblichen raumgestalterischen Methoden. Sondern vor allem mittels seines Wissens aus dem Studium der Farbpsychologie. Wer kennt das nicht. Eine neue Wohnung oder ein neues Haus und die spannende Frage nach der Farbgestaltung.

„Moment, aber ich brauche doch keine Psychologie, um mein Bad zu streichen“, mag der ein oder andere nun denken. Doch das könnte ein entscheidender Fehler sein. Denn Farben bewegen, rufen Emotionen hervor und umschmeicheln nicht immer unseren Charakter. Deshalb sollten sie wohl bedacht gewählt werden. Denn nicht immer passt unsere Lieblingsfarbe auch tatsächlich zu uns.

Colorlytix entlarvt Charaktertypen

Mit dem farbpsychologischen Test „Colorlytix“ hat Karsten Homann gemeinsam mit seiner Frau Carmen ein System aus 13 Charaktertypen entwickelt. Auf dem Tisch breitet er verschiedenfarbige Farbkarten aus, aus der der Kunde wählt. Ein paar gezielte Fragen dazu und noch ein paar andere Tests und schon weiß er, welche Farbe und welcher Stil zu einem Menschen passt. Die meisten sind Mischtypen. Es folgt ein auf jede Person ganz persönlich zugeschnittenes Angebot. Es gab übrigens noch keinen einzigen Fall, in dem Colorlytix versagt hat und alles wieder umgestrichen werden musste. „Wir möchten den Menschen etwas bieten, was nachhaltig und zeitlos ist. Wir erzählen eine Geschichte, mit dem, was wir tun“, so Homann.

Und was ist mit Paaren oder Familien? Denn meist ist es ja nicht nur ein Mensch pro Wohnung. „Man sagt zwar, Gegensätze ziehen sich an, aber es passiert fast nie, dass extrem unterschiedliche Farbtypen in eine Wohnung ziehen“, sagt der Mann, der über sich selbst sagt, dass in seinen Adern Farbe fließt.

Karsten Homann von Honig & Blau

Karsten Homann von honig & blau

Farbkarten Honig & Blau

Rot regt an, Grün beruhigt

So kommt es dann auch schon mal vor, dass ein WC in eine Strandlandschaft verwandelt wird oder in beruhigendem Lila gestaltet ist. Oder aber, dass Kunden ihn zunächst ungläubig anschauen, später aber dankbar zu ihm kommen und sagen, sie würden ihre Wohnung nie mehr anders haben wollen. Und noch etwas verrät er. Rechtsanwälte, die möchten, dass sich zwei Parteien streiten, wählen Rot als Wandfarbe. Denn Rot ist sehr kraftvoll und anregend. Für die Schlichtung eignet sich besser ein Raum mit beruhigenden Grüntönen. Diese wiederum eignen sich nicht so gut für eine Küche, denn sie lassen Fleisch schal aussehen. Generell rät Homann von Volltönen eher ab und zu Pastelltönen. Das bedeutet jedoch nicht gleich Rosa oder Flieder, sondern einfach, dass eine Farbe durch ein bisschen Weiß etwas abgemildert ist. Generell wirken Räume, die komplett in Volltönen gestrichen sind, eher kleiner als solche in Pastelltönen.

Unter anderem auch deshalb ist es oft sinnvoll, nur eine Fläche in einem Zimmer mit einer außergewöhnlichen Tapete oder Farbe zu gestalten. Das erfordert nicht ganz so viel Mut und gibt dem Zimmer trotzdem einen besonderen Touch. Wenn die Farbe dann in zwei Jahren nicht mehr gefallen sollte, ließe sich die eine Wand problemlos umfärben.

Künstler fürs Kinderzimmer

Ein ganz besonderer Raum ist das Kinderzimmer. Hier kommen auch schon mal Künstler dazu, die eine Zeichnung auf eine der Wände zaubern. Feen, Autos oder beliebte Figuren aus TV-Serien lassen die Kleinen strahlen. Oder eine Kinderarztpraxis, die farblich und gestalterisch so gemacht ist, dass die Kids abgelenkt sind und keine Angst mehr haben. Das alles ist mit Farben und Motiven möglich. Spannend ist auch immer ein Wechselspiel zwischen zwei Seiten. So zum Beispiel zwischen kühlem Türkis und warmer Sandfarbe. Oder aber zwischen Honig und Blau – so entstand übrigens auch der Firmenname.

Doch natürlich sind die Wände nicht alles, auch die Einrichtungsgegenstände sollten zum Farbtyp passen. Ist es eher der kühlere Technik-Typ, der auf ein türkisfarbenes Bad mit integriertem iPad steht, oder aber der eher natürliche Typ, der Holz mag und daher einen massiven Holztisch im Esszimmer bevorzugt und auch sonst auf Materialien aus der Natur achtet? Und auch das Licht spielt eine Rolle. Denn je nachdem, wie es im Raum auf Farben trifft, kann diese nochmal eine komplett unterschiedliche Wirkung haben.

Kinderarztpraxis gestaltet von Karsten Homann

Eine Kinderarztpraxis, die farblich so gestaltet ist, dass die Kinder abgelenkt werden und keine Angst mehr haben.

Farbpalette Honig & Blau

Ein roter Faden, der nicht immer rot sein muss

„Mir ist immer wichtig, dass es einen roten Faden gibt, der sich durch die Wohnung zieht. Das kann auch nur ein ganz kleines Element sein, dass sich immer wieder findet“, sagt Homann. Und wer nun „Farbe geleckt“ hat und sich näher für Colorlytix und Farbpsychologie interessiert, für den gibt es die honig & blau Akademie, in der es spannende Kurse zu diesem Thema gibt.

12.03.2019

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