Günther Oettinger referiert über „Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit"

13. Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank und den Ruhr Nachrichten

EU-Kommissar Günther Oettinger beim 13. Wirtschaftsgespräch der Dortmunder Volksbank und den Ruhr Nachrichten über „Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit: Herausforderungen und Chancen für Europa und Deutschland“.

Die Veränderung kommt rasend schnell und mit Riesenschritten: Die digitale Revolution verändert unser Leben – auf gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, politischer Ebene. Daran kommt niemand vorbei. Auch und gerade wir Deutschen müssten uns auf die neuen Entwicklungen einstellen, um im internationalen Vergleich den Tabellenplatz oben an der Spitze zu halten, mahnt Günther Oettinger. „Wer hier die Kurve nicht bekommt, ist mega out“, ist sich der EU-Kommissar sicher. „Wir tun gut daran, reformbereit zu bleiben“, so seine Forderung an die Zuhörer der Vortragsveranstaltung.

Beim Veranstalter, der Dortmunder Volksbank, und den wiederum zahlreich erschienenen Gästen, die sich am Montagabend (9. März) zum „Wirtschaftsgespräch 2015“ in der Hauptstelle der Dortmunder Volksbank versammelt hatten, traf EU-Kommissar Oettinger dabei auf breite Zustimmung. „Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit: Herausforderungen und Chancen für Europa und Deutschland“, unter dieser Themenstellung stand sein Vortrag.

„Die Digitalisierung ist eine Chance für Wachstum und Produktivität“, meinte Vorstandsvorsitzender Martin Eul in seiner Begrüßung. „Wir Banken müssen schnell und entschlossen auf diese Herausforderungen reagieren“, erklärte Eul mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Euro-Raum, die an diesem Montag mit dem Start des Ankaufs von Staatsanleihen aus der Euro-Zone durch die Europäische Zentralbank eine neue geldpolitische Ära eingeleitet hat. Speziell Deutschland sei zurzeit gegenüber den USA „nicht wettbewerbsfähig unterwegs“, beklagte Oettinger. "Wir leben in einem deutschen Romantik-Tal." Die US-Gesellschaft sei dagegen weitaus jünger, habe deutlich günstigere Energiekosten, sei kapitalstärker und zeichne sich durch ihre digitale Überlegenheit aus. „Die USA führen 4:0“, so sein Fazit.

Die Welt von morgen werde entweder durch die USA und China (G2) oder durch die USA, China und Europa (G3) bestimmt. Letzteres gehe jedoch nur in einem europäischen Team. „Wir sollten Ja sagen zu einer europäischen digitalen Strategie“, forderte Oettinger die Regierungen auf. „Wer die Daten hat, hat die Macht.“ Und: „Daten sind die Währung der nächsten Generation.“ Breitband müsse daher flächendeckend eingeführt werden, nationale Gebietsgrenzen dürften keine Bedeutung mehr haben, Europa müsse gemeinsame Standards und Regeln setzen – „sonst werden wir der Kellner des großen Kochs in den USA“. Sein Appell: „Machen wir 2015 zum Jahr der digitalen Weiterbildung.“

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