Die jährliche Vertreterversammlung der Dortmunder Volksbank fand am 15. Juni 2015 statt

Über ihre Volksbank bekamen die Vertreter der Dortmunder Volksbank gute Zahlen vom Vorstandsvorsitzenden Martin Eul präsentiert.

Vertreterversammlung 2015 der Dortmunder Volksbank

Die jährliche Vertreterversammlung der Dortmunder Volksbank fand gestern in der gut besuchten Westfalenhalle 2 der Westfalenhallen Dortmund statt. Die Vertreterversammlung setzt sich aus den von eigenen Mitgliedern gewählten Vertretern zusammen, die die Interessen der gesamten Volksbankmitglieder vertreten. Die Dortmunder Volksbank mit ihren Niederlassungen in Hamm, Unna, Schwerte und Castrop-Rauxel hat insgesamt knapp 150.000 Mitglieder, deren Interessen durch 728 Vertreter wahrgenommen werden. Die Vertreterversammlung stimmt zum Beispiel über die Gewinnverteilung und die Besetzung des Aufsichtsrates ab, stellt aber auch den Jahresabschluss fest.

Über ihre Volksbank bekamen die Vertreter der Dortmunder Volksbank am Montag gute Zahlen vom Vorstandsvorsitzenden Martin Eul präsentiert. Ein Ergebnis des einfachen und transparenten Geschäftsmodells, dessen Eingängigkeit - Gelder von Kunden hereinnehmen und an mittelständische Unternehmen oder private Haushalte in der Region ausleihen.
So wuchsen die Kundeneinlagen um 8,4% auf 5,037 Mrd. Euro und die ausgeliehenen Kredite um 2,8% auf 3,778 Mrd. Euro bei weiterhin unveränderter Risiko- und Zinspolitik. Die Bilanzsumme, die als Messgröße für Kreditinstitute gilt, stieg um 6,5% auf knapp 6,2 Milliarden Euro, während den Volksbanken in NRW im Durchschnitt ein Wachstum von 3,7% gelang. Das steigende Geschäftsvolumen führte auch dazu, dass zusätzliche Mitarbeiter eingestellt wurden und die Anzahl der Beschäftigten in 2014 auf 1.074 Mitarbeiter anstieg. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind noch an Bord, und das trotz Fusion.

Martin Eul fand aber auch ernste Worte. Insbesondere die Geld- und Zinspolitik der Europäischen Zentralbank bereitet ihm Kopfschmerzen. Statt erst mal abzuwarten und die Wirkung beschlossener Maßnahmen zu analysieren, verfällt die EZB in Aktionismus und beginnt dem Ankauf von Staatsanleihen und löst damit eine große Geldschwemme aus. „Die Risiken und Kollateralschäden dieser extrem weitreichenden quantitativen Lockerung der Geldpolitik überwiegt eindeutig den ökonomischen Nutzen“, so Martin Eul.

Durch diese Maßnahme hält die Europäische Zentralbank das Zinsniveau auf lange Sicht extrem niedrig was wiederum, durch Zinsen nahe null, die Sparkultur und Altersvorsorge in unserem Land gefährdet.

Niedrige Zinsen und Regulatorik für sich allein genommen stellen Regionalbanken vor Herausforderungen, wie es sie bislang noch nicht gegeben hat.

Hinzu kommt, dass die Digitalisierung gerade in der Finanzbranche zu signifikant verändertem Kundenverhalten führt. Zwar halten 90% aller Bankkunden die Filiale für wichtig, allerdings nutzen sie nur noch 50%. Der Kunde agiert immer häufiger digital. Und das erwartet er auch von seiner Bank. Er möchte über alle Kanäle auf seine Bankkonten zugreifen können, mit dem heimischen PC ebenso wie mit dem Tablet, seinem Smartphone oder per Videokonferenz. Das alles muss sinnvoll miteinander verknüpft werden und den Kundenbedürfnissen angepasst werden.

„Wir wissen, dass Präsenz in der Fläche und die Nähe zum Kunden zu unserer DNA gehören. Aber in jedem Dorf, an jeder Ecke?“

Die Bank muss sich mit der Filialarchitektur der Zukunft befassen, und eine Balance zwischen allen verfügbaren Kanälen herstellen. Das alles, vermengt mit der demografischen Entwicklung, wird zu spürbaren Veränderungen in der Bankenlandschaft führen.

Ulrich Leitermann, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Dortmunder Volksbank, dankte Martin Eul für diese klaren und offenen Worte. Der Aufsichtsratsvorsitzende machte ferner klar, dass in dem heutigen und andauernden niedrigen Zinsumfeld eine Dividende von 6% einen echten Kraftakt für die Bank darstellt und die Versammlung auch deshalb diesem Vorschlag überaus dankbar zugestimmt hat.

Mit der Vertreterversammlung endete turnusgemäß die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder Guido Baranowski, Werner Bastin, Dr. Gerhard Nordmann und Prof. Dr. Wilhelm Schwick. Die Herren standen zur Wiederwahl und wurden in ihrem Amt bestätigt.